01 May 2026, 06:34

Darmstadt-Dieburgs Apotheken kämpfen ums Überleben – wer stoppt das Sterben vor Ort?

Außenansicht der "Generics Apotheke" mit umliegenden städtischen Elementen unter einem klaren blauen Himmel.

Darmstadt-Dieburgs Apotheken kämpfen ums Überleben – wer stoppt das Sterben vor Ort?

Die Zukunft der Apotheken vor Ort in Darmstadt-Dieburg steht auf dem Spiel, warnt Dr. Nojan Nejatian, Inhaber der Heegbach-Apotheke in Erzhausen. Die jüngsten Schließungen von Apotheken offenbarten seiner Ansicht nach tiefe strukturelle Mängel im Gesundheitssystem – mit der Folge, dass Anwohnerinnen und Anwohner keinen einfachen Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen mehr hätten. Das Thema wurde in einem Gespräch mit Vertretern des Landkreises thematisiert, die sich seit Langem für die medizinische Versorgung in der Region einsetzen.

Nejatian traf sich kürzlich mit Landrat Klaus Peter Schellhaas und Christel Sprößler, der SPD-Kandidatin, die sein Amt übernehmen soll. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die zunehmende Krise der Apothekensterben und deren weitreichende Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Schellhaas, der sich stets für eine flächendeckende medizinische Versorgung starkgemacht hat, hatte zuvor zwei Medizinische Versorgungszentren (MVZ) ins Leben gerufen, um eine schnelle, unbürokratische und persönliche Behandlung zu ermöglichen.

Der Apotheker betonte, dass ein zuverlässiges Netz aus medizinischer und pharmazeutischer Versorgung auf kontinuierliche politische Unterstützung und stabile Strukturen angewiesen sei. Ohne diese drohe das System zusammenzubrechen. Nejatian schlug vor, künftige MVZ mit Apotheken zu verknüpfen, um die lokale Versorgungsstruktur zu stärken.

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Sprößler, die Schellhaas' Kurs fortsetzen möchte, unterstrich die gesellschaftliche Verantwortung, die lokale medizinische Infrastruktur zu erhalten. Sie bezeichnete den Zugang zu Gesundheitsleistungen als eine grundlegende Pflicht – und nicht als freiwilliges Angebot. Nejatian warnte zugleich, dass der Verlust von Apotheken nicht nur das System schwäche, sondern auch die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger beeinträchtige.

Das Treffen machte deutlich, wie dringend Handlungsbedarf besteht, um weitere Apotheken-Schließungen in Darmstadt-Dieburg zu verhindern. Sowohl Verantwortliche in Politik und Verwaltung als auch Leistungserbringer sind sich einig: Nur mit politischem Willen und stabilen Rahmenbedingungen lässt sich die lokale Versorgung langfristig sichern. Ohne Gegenmaßnahmen könnte der Rückgang der Apotheken viele Menschen ohne nahgelegene Bezugsquelle für Medikamente und Beratung zurücklassen.

Quelle