Der "Cordon sanitaire" gegen die AfD bröckelt – CDU-Politiker löst mit Schultergriff Debatte aus
Ira DowergDer "Cordon sanitaire" gegen die AfD bröckelt – CDU-Politiker löst mit Schultergriff Debatte aus
Der politische „Cordon sanitaire“ gegen die AfD in Berlin bröckelt. Ein kürzlich veröffentlichtes Foto des CDU-Vorsitzenden Guido Heuer, der dem AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund die Hand auf die Schulter legt, hat eine heftige Debatte ausgelöst. Das Bild steht symbolisch für die Erosion der langjährigen Quarantäne um die Partei.
Jahre lang versuchten die etablierten Parteien, die AfD durch Beobachtung und bürokratische Maßnahmen zu isolieren. Doch diese Bemühungen sind weitgehend gescheitert. Die Stigmatisierung der AfD als extremistisch oder die Verwendung von Schlagworten wie „Nazipartei“ verfehlen bei den Wählern zunehmend ihre Wirkung.
Eine aktuelle Umfrage sieht die AfD nun bei 29 Prozent – und damit als stärkste Kraft in Deutschland. Der Aufstieg der Partei stellt traditionelle Konkurrenten, darunter die CDU, vor ein Dilemma: Wirksame Gegenstrategien fehlen. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD bei der anstehenden Landtagswahl am 6. September sogar die absolute Mehrheit erringen.
Die Kontroverse um Heuers Foto verschärfte sich, nachdem die Linken-Chefin Eva von Angern das Bild scharf verurteilte. Solche Aufnahmen dürften „niemals gemacht werden“, argumentierte sie – die Hand eines Demokraten gehöre nicht auf die Schulter eines AfD-Politikers. Unterdessen kritisierte ZDF-Moderator Markus Lanz die überzogene Ächtung von AfD-Mitgliedern in der öffentlichen Debatte.
Die wachsende Unterstützung für die AfD und das Scheitern früherer Abwehrstrategien zwingen zu einem Umdenken in der politischen Landschaft. Der symbolische Zusammenbruch des „Cordon sanitaire“ markiert einen Wendepunkt. Die traditionellen Parteien stehen nun vor der Herausforderung, sich an eine Realität anzupassen, in der die AfD erheblichen Einfluss ausübt.






