Deutsche Bahn ändert Pläne für Modernisierung der Strecke München–Rosenheim
Katherina HermannDeutsche Bahn ändert Pläne für Modernisierung der Strecke München–Rosenheim
Deutsche Bahn gibt Pläne für sechmonatige Vollsperrung der Strecke München–Rosenheim auf
Die Deutsche Bahn hat ihre ursprünglichen Pläne für eine sechmonatige Komplettsperrung der Bahnstrecke München–Rosenheim verworfen. Stattdessen sollen die Modernisierungsarbeiten nun in zwei getrennten Abschnitten stattfinden, die auf die Jahre 2028 und 2031 verteilt werden. Die Entscheidung folgt auf Kritik von Güterverkehrsunternehmen, die warnen, dass auch der überarbeitete Zeitplan erhebliche Störungen verursachen könnte.
Die Strecke München–Rosenheim zählt zu den meistbefahrenen Eisenbahnkorridoren Bayerns. Sie wird täglich von S-Bahn-Verbindungen zwischen München und Grafing genutzt sowie von Fern- und Regionalzügen.
Vorbereitende Bauarbeiten beginnen bereits im Herbst 2027, wobei es zu Teil-sperrungen auf der S-Bahn-Strecke kommen wird. Weitere Einschränkungen und Sperrungen sind für Anfang 2028 geplant, darunter an mehreren Wochenenden und während der Karnevalsferien.
Die erste Bauphase startet im Februar 2028. In diesem Abschnitt werden veraltete Stellwerke ersetzt sowie Gleise und Weichen modernisiert. Fernzüge werden umgeleitet, während Regionalverbindungen durch Busse ersetzt werden.
Die zweite Phase ist für 2031 vorgesehen und umfasst die Erneuerung von Gleisen, Weichen, Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfen. Zudem wird die Strecke in diesem Zeitraum mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet.
Güterverkehrsunternehmen üben scharfe Kritik am neuen Plan. Peter Westenberger, Geschäftsführer des Bundesverbandes Schienengüterverkehr (BAG), argumentiert, dass die kumulierten 24 Wochen Sperrzeit die Logistik des Güterverkehrs stärker beeinträchtigen könnten als eine einzige längere Vollsperrung. Er fordert stattdessen eingleisige Baustellen und vorab Modernisierungen an Ausweichrouten. Westenberger wirft der Bahn zudem vor, den Güterverkehr bei der Neuplanung nicht konsultiert zu haben.
Die Strecke München–Rosenheim wird somit in zwei Etappen modernisiert, wobei die Vorbereitungen Ende 2027 beginnen. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Infrastruktur zu erneuern und gleichzeitig die Auswirkungen auf Fahrgäste und Güterverkehr zu begrenzen. Dennoch bleiben Bedenken hinsichtlich möglicher Verspätungen und logistischer Herausforderungen während der Bauphasen bestehen.






