31 May 2026, 20:34

Deutsche Wirtschaft zerrissen: Soll man mit der AfD reden oder sie boykottieren?

Wirtschaft streitet über die Behandlung der AfD

Deutsche Wirtschaft zerrissen: Soll man mit der AfD reden oder sie boykottieren?

In der deutschen Wirtschaftswelt zeichnet sich eine wachsende Spaltung ab, wenn es um den Umgang mit der rechtspopulistischen AfD geht. Während einige Unternehmer den Dialog suchen, lehnen große Wirtschaftsverbände jede Zusammenarbeit mit der Partei weiterhin ab.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob die Aufrechterhaltung eines demokratischen Quarantäne – also einer politischen Blockade – gegen die AfD in einer Demokratie noch gerechtfertigt ist.

Mehrere prominente Wirtschaftspersönlichkeiten haben sich gegen die Ausgrenzung der AfD ausgesprochen. Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Bekleidungsherstellers Trigema, argumentiert, dass eine solche Blockade in einem demokratischen System wenig Sinn ergebe. Die Unternehmerin Sarna Rößer bezeichnete die politische Isolierung als Ausdruck von Arroganz der etablierten Parteien.

Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus Group, ging noch einen Schritt weiter und behauptete, die Blockade lähme sowohl die Politik als auch die Wirtschaft. Er schlug vor, dass – falls die aktuelle Koalition es nicht schaffe, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wiederherzustellen – neue demokratische Bündnisse in Betracht gezogen werden sollten, gegebenenfalls auch mit der AfD.

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Doch der Widerstand bleibt in den wichtigsten Wirtschaftsverbänden groß. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), bekräftigte seine Haltung, keine Gespräche mit extremistischen Parteien zu führen. Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandel-, Außenhandel- und Dienstleistungsverbands (BGA), betonte, die AfD müsse sich zunächst klar von Extremismus distanzieren, bevor ein Dialog möglich sei.

Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, warnte, dass jede Zusammenarbeit mit der AfD die soziale Marktwirtschaft gefährden würde. Trotz dieser Bedenken halten die großen Wirtschaftsverbände bisher an ihrer Linie fest, die Partei auf Distanz zu halten.

Der Streit offenbart tiefe Gräben innerhalb der deutschen Wirtschaftselite. Während die einen den Dialog als demokratische Notwendigkeit betrachten, bestehen die anderen auf strenge Voraussetzungen, bevor überhaupt Gespräche in Frage kommen. Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung könnte künftige politische und wirtschaftliche Bündnisse im Land prägen.

Quelle