Drei Regionen kämpfen um Deutschlands Olympische Bewerbung – doch die Hürden sind hoch
Nicolai SchlosserDrei Regionen kämpfen um Deutschlands Olympische Bewerbung – doch die Hürden sind hoch
Deutschland bereitet sich darauf vor, seinen Kandidaten für eine mögliche Olympische Bewerbung zu wählen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird seine Entscheidung am 26. September bekannt geben. Drei Regionen – Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen – sind noch im Rennen, doch die öffentliche Unterstützung bleibt gespalten.
Hamburgs früherer Bewerbungsversuch scheiterte 2015, als 51,6 Prozent der Wähler das Vorhaben ablehnten, während 48,4 Prozent dafür stimmten. Diesmal zeigen Umfragen ein gemischtes Bild ohne klare Mehrheit. Zudem erschweren die städtischen Regelungen die Lage: Jede Volksabstimmungsfrage muss gegensätzliche Positionen berücksichtigen und benötigt eine Zweidrittelmehrheit im Landesparlament.
Auch Berlins Bewerbung steht vor ähnlichen Hürden. Bürgermeister Kai Wegner fordert eine öffentliche Abstimmung, doch die Grünen und die Linke lehnen dies ab. Die Kampagne „NoOlympia“, unterstützt von beiden Parteien, sammelt Unterschriften, um ein Referendum gegen die Ausrichtung zu erzwingen. Allerdings würden rechtliche Fristen bedeuten, dass eine solche Abstimmung frühestens in einem Jahr stattfinden könnte. Selbst wenn Berlin ausgewählt wird, könnte die Bewerbung noch 2027 in einem Referendum gekippt werden.
Nordrhein-Westfalen und München zeigen sich indes aufgeschlossener. Umfragen in beiden Regionen ergaben, dass etwa zwei Drittel der Bevölkerung einer Olympischen Bewerbung positiv gegenüberstehen. Dennoch erfüllen weder Berlin noch Hamburg derzeit die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Volksabstimmung – nur drei der 16 Bundesländer tun dies.
Die Entscheidung des DOSB am 26. September wird Deutschlands Olympischen Kandidaten festlegen. Doch ohne starke öffentliche Rückendeckung oder rechtliche Wege für Referenden könnte die ausgewählte Bewerbung weiterhin auf unsicherem Boden stehen. Die endgültige Entscheidung könnte von politischen Verhandlungen und der sich wandelnden öffentlichen Meinung in den kommenden Jahren abhängen.






