Eltern und Erzieher protestieren gegen die umstrittene KiBiz-Reform in NRW
Katherina HermannEltern und Erzieher protestieren gegen die umstrittene KiBiz-Reform in NRW
Hunderte Eltern, Erzieherinnen und Kinder haben diese Woche vor dem St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt protestiert. Unter dem Motto "Wir sind sprachlos" wandten sie sich gegen die geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in Nordrhein-Westfalen, die ab kommendem Jahr in Kraft treten soll. Die Neuerungen lösen breite Sorgen wegen Personalmangels und steigender Kosten aus.
Die Kundgebung wurde vom Trägerverbund WIR-KITAs organisiert, dem sich zahlreiche weitere Kitas anschlossen. Die Demonstranten machten vor allem auf zwei drängende Probleme aufmerksam: explodierende Energiekosten und einen eklatanten Fachkräftemangel. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens Saalhausen, betonte, dass unter den aktuellen Bedingungen eine angemessene Betreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet werden könne.
Die Landesregierung verteidigt die Reform und versichert, sie werde Familien mehr Planungssicherheit bieten und die frühkindliche Bildung stärken. Kernstück des neuen Systems sind die sogenannten "Kern- und Randzeiten", für die jährlich 50 Millionen Euro in zusätzliches Personal und weitere 200 Millionen Euro für das nächste Kita-Jahr investiert werden sollen. Kritiker hingegen befürchten, dass die Änderungen in Kombination mit der Inflation die Betreuungsqualität weiter verschlechtern statt verbessern werden.
Die bereits im Januar eingeführte KiBiz-Reform konnte die steigenden Kosten ohnehin nicht auffangen. Viele Einrichtungen kämpfen inzwischen darum, grundlegende Angebote aufrechtzuerhalten – zur Verzweiflung von Fachkräften und Eltern gleichermaßen.
Falls die Pläne wie vorgesehen umgesetzt werden, wird sich die Kita-Landschaft in Nordrhein-Westfalen ab dem nächsten Jahr grundlegend verändern. Die von der Regierung versprochenen Finanzhilfen haben die Ängste der Träger jedoch kaum lindern können. Diese warnen weiterhin vor anhaltendem Personalmangel und finanzieller Überlastung. Proteste wie jener in Lennestadt zeigen derweil, dass der Widerstand gegen die geplante Reform wächst.






