27 March 2026, 02:28

Epstein-Barr-Virus: Warum es lebenslang gefährlich bleibt und Krebs auslösen kann

Ein abgenutztes Buch mit einer Liniengrafik auf dem Cover, die Krebsdiagnosetrends zeigt, begleitet von erklärendem Text.

Epstein-Barr-Virus: Warum es lebenslang gefährlich bleibt und Krebs auslösen kann

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) infiziert in Deutschland über 95 % der über 50-Jährigen. Während es im Kindesalter oft harmlos bleibt, kann es im späteren Leben schwere Erkrankungen auslösen – darunter Krebs und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose.

Eine Infektion mit EBV verläuft in jungen Jahren meist symptomlos. Bei Erwachsenen kann das Virus jedoch das Pfeiffer-Drüsenfieber hervorrufen. Einmal im Körper, bleibt es lebenslang in einer Art Ruhezustand vorhanden: Infizierte B-Zellen bilden ein dauerhaftes Reservoir.

Zwei virale Proteine, EBNA2 und LMP1, spielen eine zentrale Rolle bei der Ausbreitung der Infektion. Sie fördern die Wanderung EBV-infizierter B-Zellen und helfen dem Virus so, sich im Körper zu verbreiten. Diese erhöhte Mobilität könnte zu Autoimmunschäden beitragen – insbesondere bei Multipler Sklerose.

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Selten, aber möglich, kann EBV zudem Krebsarten wie das Burkitt-Lymphom oder Magenkrebs verursachen. Da das Virus gezielt B-Zellen befällt, die sowohl für die Entstehung von Lymphomen als auch für Autoimmunerkrankungen entscheidend sind, zeigt aktuelle Forschung des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Universitätsklinik Heidelberg, wie EBV diese Zellen umprogrammiert und sie im Nervensystem quasi unsterblich macht. Noch ist jedoch unklar, in welche weiteren Organe außerhalb des Zentralnervensystems die infizierten Zellen wandern.

Die Blockade der Wanderung EBV-infizierter B-Zellen könnte einen Ansatz bieten, um Autoimmunschäden bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose zu verhindern. Die Fähigkeit des Virus, langfristig im Körper zu verbleiben und Immunzellen zu verändern, unterstreicht seine gefährlichen Spätfolgen – von Krebs bis zu chronischen Leiden.

Quelle