Ermittlungen gegen ÖRR-Blog-Betreiber Jonas Müller eingestellt – ein Fall mit Folgen
Sabrina RoskothErmittlungen gegen ÖRR-Blog-Betreiber Jonas Müller eingestellt – ein Fall mit Folgen
Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat ihr Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der üblen Nachrede gegen Jonas Müller, Betreiber des ÖRR-Blogs, eingestellt. Der Fall ging auf zwei Beiträge auf X (ehemals Twitter) zurück, in denen es um Hamado Dipama, Mitglied des BR-Rundfunkrats, ging. Müller begrüßte die Entscheidung und bezeichnete das Verfahren als emotional belastend und finanziell aufwendig.
Der Streit begann, als Müller in einem Beitrag Dipamas Flüchtlingsstatus infrage stellte. Er deutete an, dass Dipamas Plan, 2025 nach Burkina Faso zurückzukehren – angeblich zur Einweihung eines Mausoleums – Auswirkungen auf seinen geschützten Status haben könnte. Dipama, der 2002 als Gegner des damaligen Machthabers Blaise Compaoré aus München floh, arbeitet seitdem als professioneller Antidiskriminierungsberater.
Müller verwies zudem auf Dipamas Interaktion mit einem Instagram-Beitrag, in dem weiße Menschen zunächst als "Neandertaler" bezeichnet worden waren. Der ÖRR-Blog machte diese Äußerung öffentlich, was Teil der späteren Anzeige wurde. Dipama warf Müller daraufhin üble Nachrede vor – ähnlich wie zuvor gegen das Magazin Cicero und das Nachrichtenportal Apollo.
Angesichts der Vorwürfe ließ sich Müller von der Kanzlei Hoecker rechtlich vertreten. Er wies rassistische Äußerungen von sich und argumentierte, Dipama nutze die Anzeigen, um private Konflikte auszutragen. Trotz der Belastung durch das Verfahren betonte Müller, dass es sich nicht um einen gezielten Angriff auf seine Medienkritik handele.
Mit der Einstellung des Verfahrens entgeht Müller weiteren rechtlichen Konsequenzen. Der Fall zeigt die Herausforderungen auf, mit denen Beschuldigte in Beleidigungsklagen konfrontiert sind – von finanziellen Belastungen bis hin zu emotionalem Druck. Dipamas Flüchtlingsstatus und seine Aktivitäten in sozialen Medien bleiben weiterhin Gegenstand öffentlicher Diskussionen.






