FDP in der Krise: Streit um Junge Freiheit spaltet die Liberalen nach Wahldebakel
Ira DowergFDP in der Krise: Streit um Junge Freiheit spaltet die Liberalen nach Wahldebakel
Die FDP steckt nach dem Verlust von fast 900.000 Wählern an die AfD bei der Bundestagswahl 2025 in einer tiefen Krise. Die Parteiführung diskutiert nun, wie sie die Unterstützung zurückgewinnen kann – einige setzen dabei auf umstrittene Medien, um die Zielgruppe zu erreichen. Ein jüngster Streit um ein Interview hat die inneren Spannungen weiter verschärft.
Sabine Döring sagte eine geplante Podiumsdiskussion mit FDP-Generalsekretär Martin Hagen bei der Friedrich-Naumann-Stiftung ab. Als Grund nannte sie sein Interview mit der Jungen Freiheit, eine Zeitung, die sie politisch bedenklich findet. Ihr Schritt stößt bei langjährigen FDP-Kritikern auf Zustimmung.
In dem Interview hatte Hagen den Rückgang offener Debatten in der Gesellschaft kritisiert. Auch andere FDP-Mitglieder wie Alexander von Stahl kooperierten bereits mit der Jungen Freiheit – von Stahl verteidigte die Zeitung sogar vor dem Bundesverfassungsgericht. Die Partei sieht in solchen Kontakten eine mögliche Chance, Wähler zurückzugewinnen, die zur AfD gewechselt sind – viele von ihnen lesen das Blatt.
Dörings Entscheidung zielt darauf ab, Hagen und dem aktuellen Kurs der FDP die Unterstützung zu entziehen. Die Partei bleibt gespalten in der Frage, wie sie die Wahlniederlage überwinden soll. Fast eine Million ehemalige FDP-Wähler unterstützen inzwischen die AfD – die Liberalen suchen verzweifelt nach Antworten.






