Geflohener Mörder Benjamin F. nach Unfall in Italien wieder gefasst
Katherina HermannGeflohener Mörder Benjamin F. nach Unfall in Italien wieder gefasst
Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter, Benjamin F., entkam während eines begleiteten Ausgangs aus der Justizvollzugsanstalt Celle im Landkreis Peine. Seine Flucht endete jäh mit einem Unfall in Norditalien, wo er später wieder gefasst wurde.
Benjamin F. hatte vor seiner Flucht bereits 38 begleitete Ausgänge genehmigt bekommen. Nach Paragraf 13 des Niedersächsischen Justizvollzugsgesetzes können zu lebenslanger Haft verurteilte Straftäter unter bestimmten Voraussetzungen Lockerungen erhalten. Eine Bedingung ist, dass sie mindestens acht Jahre ihrer Strafe verbüßt haben, um für unbegleitete Aktivitäten infrage zu kommen.
Gefängnisse stützen sich bei der Entscheidung, ob Häftlinge für solche Lockerungen geeignet sind, auf faktenbasierte Verhaltensgutachten. Während seiner Flucht besuchte Benjamin F. seine Mutter in Vöhrum im Landkreis Peine. Anschließend floh er mit einem in Braunschweig zugelassenen Motorrad.
Die Flucht löste scharfe Kritik aus. Die CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag zeigte sich unverständlich darüber, wie es dazu kommen konnte. Benjamin F. wurde nach einem Verkehrsunfall in der Region Venetien wieder gefasst. Sein Fall wirft Fragen zu den Kriterien für die Gewährung von Haftlockerungen bei Hochrisiko-Häftlingen auf. Die Behörden werden nun die Umstände seiner Flucht sowie den Entscheidungsprozess überprüfen.






