05 May 2026, 02:41

Frauen in Apotheken: Unverzichtbar, aber oft unterbezahlt und überlastet

Eine Apothekerin in einem weißen Kittel, die vor einer sitzenden Frau in einer Apotheke steht und spricht, mit Regalen voller Schachteln und Gegenständen im Hintergrund.

Frauen in Apotheken: Unverzichtbar, aber oft unterbezahlt und überlastet

Zum Internationalen Frauentag fordert Adexa mehr Anerkennung für die Arbeit von Frauen in Apotheken

Die Vereinigung setzt sich zudem für bessere Arbeitsbedingungen des Apothekenpersonals ein. Wie die Organisation betont, stellen Frauen die überwältigende Mehrheit der Beschäftigten in diesem Bereich – doch sie sehen sich weiterhin mit Herausforderungen bei Bezahlung und Karrierechancen konfrontiert.

Frauen dominieren den Apothekensektor in Deutschland: Laut dem Deutschen Apothekerverband (ABDA) aus dem Jahr 2024 machen sie 89,2 Prozent aller Beschäftigten aus. Unter den approbierten Apothekerinnen und Apothekern sind 74,1 Prozent Frauen, bei den Auszubildenden liegt der Frauenanteil bei 74,8 Prozent. Noch höher ist der Anteil in unterstützenden Berufen: 96,6 Prozent der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind weiblich.

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Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied von Adexa, weist darauf hin, dass diese Fachkräfte zentrale Aufgaben übernehmen: Sie beraten Patientinnen und Patienten, sichern die Arzneimitteltherapie und organisieren Abläufe in den Apotheken. Trotz ihrer unverzichtbaren Rolle bestehe im Sektor weiterhin strukturelle Diskriminierung.

Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern beträgt in Deutschland durchschnittlich 16 Prozent – Frauen verdienen pro Stunde 4,10 Euro weniger als Männer bei gleicher Tätigkeit. Doch die Ungleichheit endet nicht am Arbeitsplatz: Frauen leisten den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit. Sie übernehmen zwei Drittel der Kinderbetreuung, widmen mehr Zeit Haushaltsaufgaben und tragen die Hauptlast der Pflege von Angehörigen.

Adexa betont, dass Apothekerinnen, PTA und PKA täglich für fachkundige Beratung und eine sichere Arzneimittelversorgung sorgen. Echte Wertschätzung erfordere jedoch, strukturelle Benachteiligungen bei Bezahlung, Aufstiegschancen und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu beseitigen.

Der Appell der Vereinigung kommt zu einer Zeit, in der Frauen nach wie vor das Rückgrat der öffentlichen Apotheken in Deutschland bilden. Der Sektor ist in hohem Maße auf ihr Fachwissen angewiesen – doch Lohnungleichheit und die Last unbezahlter Arbeit bleiben ungelöst. Adexa fordert konkrete Veränderungen, um den Beitrag von Frauen in der Branche angemessen zu würdigen.

Quelle