19 April 2026, 10:29

Fuchsjagd in Baden-Württemberg: Warum Naturschützer gegen Jäger kämpfen

Schwarz-weiß-Illustration eines Fuchses in einem bewaldeten Gebiet mit Bäumen und Pflanzen, mit der Überschrift "Der Fuchs und die Hunde" unten.

Fuchsjagd in Baden-Württemberg: Warum Naturschützer gegen Jäger kämpfen

In Baden-Württemberg hat sich der Streit um die Fuchsjagd verschärft, nachdem Naturschutzverbände die Behauptungen des Landesjagdverbands infrage gestellt haben. Der Jagdverband Baden-Württemberg argumentiert, dass eine Ausweitung der Jagd auf Füchse während der Paarungszeit bedrohte Vogelarten schützen würde. Doch Naturschützer widersprechen dieser Darstellung – die Daten würden ein anderes Bild zeichnen.

Der Jagdverband setzt sich dafür ein, die Schonzeit für Rotfüchse zu verkürzen. Seine Begründung: Durch die Bejagung der Füchse während der Paarungs- und Setzzeit könnten bodenbrütende Vögel wie Rebhühner und Kiebitze besser geschützt werden. Doch die Zahlen aus den Jahren 2015 bis 2020 zeigen, dass Jäger in der Region trotz uneingeschränkter Fuchsjagd vor 2015 keine messbaren Erfolge beim Erhalt der Rebhuhn-Bestände erzielen konnten.

Die Organisation Wildtier-Schutz Deutschland bezeichnet die Aussagen des Jagdverbands als irreführend. Laut ihren Erkenntnissen seien Füchse und andere Beutegreifer nicht die Hauptursache für den Rückgang der Vogelbestände. Selbst als Füchse ganzjährig bejagt wurden, erholten sich die Rebhuhn-Populationen nicht. In anderen Gebieten gelang der Artenschutz für Kiebitze und Rebhühner dagegen ohne gezielte Bejagung von Raubtieren.

Wissenschaftler weisen zudem darauf hin, dass die Fuchsjagd während der Brutzeit sogar kontraproduktiv sein kann. Sozialer Stress in den Fuchsrudeln führe oft dazu, dass sich junge Füchse in großer Zahl verteilen. In den vergangenen 25 Jahren sind die Fuchsbestände in Baden-Württemberg nicht gestiegen – im Gegenteil, sie sind sogar zurückgegangen. Studien bestätigen, dass die Bejagung von Raubtieren kaum oder gar keinen Einfluss auf die Überlebensraten bodenbrütender Vögel hat.

Die Debatte spiegelt den Konflikt zwischen traditionellen Jagdmethoden und modernen Naturschutzansätzen wider. Angesichts sinkender Fuchsbestände und fehlender Belege dafür, dass die Bejagung bedrohten Arten hilft, fordern Naturschützer eine wissenschaftlich fundierte Politik. Nun muss das Land entscheiden, ob es die Jagdregeln anpasst oder die bestehende Schonzeit beibehält.

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