23 May 2026, 16:34

Gleichstellungsbeauftragte unter Beschuss: Hass, Kürzungen und wachsende Angst

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Gleichstellungsbeauftragte unter Beschuss: Hass, Kürzungen und wachsende Angst

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich wachsender Feindseligkeit ausgesetzt – viele berichten von wiederholten antifeministischen Angriffen. Ein neuer Bericht zeigt, dass 63 Prozent gezielte Aggressionen erlebt haben, während Kürzungen bei den Finanzmitteln ihre Arbeit bedrohen. Die Lage hat sich verschärft, begleitet von einer Zunahme von Vandalismus und politischem Druck.

Der Antifeminismus, eine organisierte Bewegung, die sich gegen sexuelle Selbstbestimmung und geschlechtliche Vielfalt richtet, hat seine Aktivitäten intensiviert. Allein 2024 verzeichnete die Meldestelle Antifeminismus 558 Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. Die Angriffe reichen von digitaler Hetze bis zu körperlicher Einschüchterung.

Besonders im Visier stehen orange Bänke, Symbole der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt. In Osnabrück wurde eine Bank mit Graffiti beschmiert, in Wiesbaden verschwand eine komplett. In Annweiler (Rheinland-Pfalz) veränderten Vandalen den Kampagnenslogan.

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Doch es bleibt nicht bei Sachbeschädigung: Betroffene berichten von persönlichen Drohungen. Eine Beauftragte in Baden-Württemberg schilderte, wie rechtsextreme Aktivist:innen nach einem öffentlichen Auftritt vor ihrer Haustür auftauchten. Viele kämpfen zudem mit schrumpfenden Budgets, da Kommunen Mittel für Gleichstellungsarbeit stürzen. Die geplante Umstrukturierung der Bundesregierung könnte Initiativen wie die Meldestelle Antifeminismus weiter schwächen.

Die Situation hat sich in den vergangenen zwei Jahren dramatisch zugespitzt: 40 Prozent der Beauftragten erlebten mehrfach Vorfälle. Offene Feindseligkeit, mangelnde institutionelle Unterstützung und finanzielle Engpässe prägen mittlerweile ihren Arbeitsalltag.

Der Anstieg der Angriffe fällt mit politischen Verschiebungen und Mittelkürzungen zusammen. Mehr als die Hälfte der Gleichstellungsbeauftragten arbeitet unter erhöhtem Risiko, während zentrale Programme um ihr Überleben kämpfen. Ohne Gegenmaßnahmen droht die Erosion der Unterstützung für diese wichtigen Funktionen weiter voranzuschreiten.

Quelle