20 June 2026, 14:21

Hamburgs Jugendhilfe-Netzwerk droht wegen Geldmangel das Aus bis Sommer

Finanzielle Engpässe und Gegenwinde

Hamburgs Jugendhilfe-Netzwerk droht wegen Geldmangel das Aus bis Sommer

Hamburgs Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) steht vor möglicher Schließung wegen chronischer Unterfinanzierung

Die Hansestadt plant nun, die Jugendombudsstelle mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen – ein Schritt, der eine erneute Ausschreibung auslöst. Der VKJH betreibt seit 2017 die OHA!-Anlaufstelle für Kinder- und Jugendrechte, die jährlich rund 300 Beratungen durchführt. Ein Team aus drei Sozialpädagog:innen und 25 Ehrenamtlichen trägt die Arbeit.

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Wie Anja Post-Martens, Geschäftsführerin des VKJH, betont, war die Betreuung von Kita-Kindern bereits im ursprünglichen Ausschreibungstext vorgesehen. Eine Erweiterung des Angebots sei von Anfang an geplant gewesen. Doch der Verband leidet seit Langem unter struktureller Unterfinanzierung: Gerade einmal 2,5 Vollzeitstellen für Berater:innen und Leitungskräfte konnten bisher gestemmt werden.

Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) übt scharfe Kritik an der erneuten Ausschreibungsentscheidung der Stadt. Ohne zusätzliche 120.000 Euro jährlich kann der VKJH seine Arbeit nicht aufrechterhalten. Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, müsste der Verband seine 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die Bezirksämter abgeben.

Der VKJH ist Hamburgs einziges Fachnetzwerk für offene Kinder- und Jugendangebote – von Abenteuerspielplätzen über Jugendclubs bis hin zu Familienberatungsstellen. Durch die geplante Zusammenlegung der Ombudsstellen droht nun der Abbau eines Systems, das Hunderten jungen Menschen Unterstützung bietet. Ohne schnelle finanzielle Hilfe könnte der VKJH mit seinem gesamten Netzwerk bis zum Sommer verloren gehen.

Quelle