Jurastudium vor dem Umbruch: Braucht Deutschland einen Bachelor in Rechtswissenschaften?
Sabrina RoskothJurastudium vor dem Umbruch: Braucht Deutschland einen Bachelor in Rechtswissenschaften?
44. Konstanz-Symposium zur juristischen Ausbildung: Braucht das Jurastudium ein Update?
Vom 8. bis 9. Mai 2025 fand in Konstanz das 44. Symposium zur juristischen Ausbildung statt, das hochrangige Expertinnen und Experten aus Justiz, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien zusammenführte. Veranstaltet vom Justiz- und Migrationsministerium Baden-Württemberg, stand die drängende Frage im Mittelpunkt: "Muss die juristische Ausbildung neu gedacht werden?"
Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges eröffnete die Tagung mit einem Appell zur Bedeutung der juristischen Ausbildung für Rechtsstaat und Demokratie. Gleichzeitig kündigte sie an, prüfen zu lassen, ob ein integrierter Bachelorabschluss in das Landeshochschulrecht aufgenommen werden könnte.
Eine während der Veranstaltung präsentierte Umfrage unter 960 Jurastudierenden zeigte deutlichen Reformbedarf: Fast die Hälfte der Befragten sprach sich für einen automatisch verliehenen Bachelorabschluss nach Erfüllung bestimmter Leistungsanforderungen aus. Die Mehrheit wünschte sich zudem eine bessere Anerkennung ihrer Studienleistungen.
Internationale Impulse lieferte Mag. Oliver Kleiß, MAS, während eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Marcel Schneider stattfand. Fachvorträge hielten unter anderem Dr. Thomas Petersen, Prof. Dr. Thomas Lobinger und Dr. Jannika Seidl, die verschiedene Perspektiven zur Zukunft der juristischen Ausbildung beleuchteten.
Während einige deutsche Hochschulen – wie die FernUniversität Hagen – bereits integrierte Bachelorstudiengänge in Rechtswissenschaften anbieten (mit 180 ECTS-Punkten, 21 Prüfungsleistungen und einer Mischung aus Pflicht- und Wahlmodulen), fehlen bundesweit vergleichende Daten zu Studienbelastung oder Zufriedenheit. Internationale Vergleiche wurden in den Debatten nicht thematisiert.
Das Symposium endete mit dem Bekenntnis von Ministerin Gentges, die Reformdebatte vorantreiben zu wollen. Die Ergebnisse der Studierendenbefragung und die Fachdiskussionen könnten künftige politische Entscheidungen prägen – mit möglichen Auswirkungen auf Struktur und Anerkennung juristischer Abschlüsse in ganz Deutschland.






