KI revolutioniert den Industrievertrieb – ohne radikale Umbrüche
Katherina HermannKI revolutioniert den Industrievertrieb – ohne radikale Umbrüche
Deutsches Technologieunternehmen entwickelt Vertriebssystem mit künstlicher Intelligenz
Ein deutsches Technologieunternehmen hat ein Vertriebssystem entwickelt, das traditionelle Methoden mit künstlicher Intelligenz (KI) verbindet. Das Decision-Maker Sales System der JMVision GmbH hilft konservativen Industrieunternehmen, neue Kunden zu gewinnen – ohne ihre bestehenden Prozesse grundlegend umkrempeln zu müssen. Das Tool richtet sich an Firmen, die bisher auf Mundpropaganda setzen, aber Schwierigkeiten haben, unerschlossene Märkte zu erschließen.
Die Gründer von JMVision, Marwin Gfrörer und Jan Kleinmann, haben das System so konzipiert, dass es nahtlos in bestehende Vertriebsstrukturen integriert werden kann. Statt radikale Veränderungen zu erzwingen, fügt es sich reibungslos in die aktuellen Arbeitsabläufe ein. Die KI durchsucht öffentlich verfügbare Daten zu Unternehmen und entscheidenden Ansprechpartnern und erstellt darauf basierend maßgeschneiderte Ansprache-strategien.
Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Ein Spezialmaschinenbauer, der bisher auf informelle Empfehlungen angewiesen war, erhält nun monatlich ein bis zwei qualifizierte Anfragen. Das System identifiziert die richtigen Kontakte und entwickelt individuelle Botschaften, was die Sichtbarkeit in neuen Märkten erhöht.
Gfrörer betont, dass persönliche Beziehungen im Industrievertrieb nach wie vor entscheidend sind – besonders bei Millionen-Deals, die auf Vertrauen basieren. Gleichzeitig argumentiert er, dass KI traditionelle Vertriebsprinzipien nicht ersetzt, sondern sinnvoll ergänzt. Das Unternehmen bietet flexible Lösungen an: Es unterstützt entweder interne Teams oder übernimmt die Neukundengewinnung komplett für Betriebe mit langjähriger Stammkundschaft.
Zwar gibt es keine genauen Zahlen zur Verbreitung KI-gestützter Vertriebsstrategien im deutschen Industriebereich, doch globale Trends deuten auf ein rasantes Wachstum hin. Der Markt für Sales Intelligence, angetrieben durch KI, soll von 5,37 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 12,45 Milliarden US-Dollar bis 2034 anwachsen. Studien zeigen, dass 79 Prozent der Vertriebsmitarbeiter, die KI nutzen, mehr Zeit für den Verkauf gewinnen, und 65 Prozent der CRM-Nutzer mit KI-Tools höhere Abschlussquoten verzeichnen. Branchen von der Automobilindustrie bis zum Weinbau setzen auf ähnliche Lösungen – etwa nutzt Continental KI, um Prozesse effizienter zu gestalten.
JMVisions System ermöglicht es traditionellen Industrieunternehmen, neue Märkte zu erschließen, ohne ihre Kernprozesse zu stören. Durch die Kombination von KI und bewährten Vertriebsmethoden soll das Tool kontinuierlich hochwertige Leads generieren. Der Ansatz des Unternehmens passt zu einem größeren Branchentrend hin zu KI-unterstütztem Vertrieb – auch wenn persönliche Beziehungen nach wie vor die Grundlage für große Geschäfte bilden.






