23 May 2026, 10:28

Kubicki übernimmt FDP-Vorsitz – doch 2029 will er nicht antreten

Kubicki spricht auch mit AfD-Vertretern

Kubicki übernimmt FDP-Vorsitz – doch 2029 will er nicht antreten

Wolfgang Kubicki soll nächste Woche zum neuen FDP-Vorsitzenden gewählt werden. Doch bereits jetzt hat er ausgeschlossen, die Partei in die Bundestagswahl 2029 zu führen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit zunehmender politischer Anspannung in Berlin.

Der 71-Jährige hat offen über seine langfristige Rolle im Amt gezweifelt und sowohl die eigene Partei als auch die allgemeine politische Landschaft kritisiert. Kubicki räumte ein, sich nicht als Zukunft der FDP zu sehen. Stattdessen unterstützt er jüngere Politiker wie Linda Teuteberg, Martin Hagen, Susanne Seehofer, Nicole Büttner oder Jens Teutrine. Seine Zurückhaltung bei der Führungsfrage trieb ihn sogar zu der scherzhaften Bemerkung, er ziehe ein Leben auf Mallorca einer Parteiführung in vier Jahren vor.

Zudem bedauerte er, Bundeskanzler Olaf Scholz in einem jüngsten Interview als „Eierkopf“ bezeichnet zu haben. Doch seine Kritik an der Regierung bleibt scharf: Scholz solle die Zügel straffer anziehen und die SPD entweder zur Gefolgschaft zwingen oder zum Koalitionsausstieg bewegen.

Über die eigene Partei hinaus nahm Kubicki die CDU und deren Vorsitzenden Friedrich Merz ins Visier. Er fragte, warum es so wenig Aufregung über die schlechten Umfragewerte der Union gebe. Gleichzeitig warnte er, die FDP müsse ihr Image in der Öffentlichkeit verbessern und auf politisches Fachchinesisch verzichten.

Die Stimmung in Berlin ist insgesamt düster. Der Aufstieg der AfD und das Fehlen klarer Gegenstrategien verstärken die Unsicherheit. Unterdessen führt der ehemalige Bundestagsvizpräsident Heinrich Bedford-Strohm weiterhin Gespräche während der Sitzungswochen – seine Rolle bleibt jedoch unabhängig von den aktuellen Problemen der FDP.

Kubickis Führung bei der FDP beginnt mit Fragezeichen. Sein Fokus auf neue Gesichter und seine schonungslose Analyse der politischen Lage deuten auf eine Phase des Umbruchs hin. Die Partei steht nun vor der Herausforderung, ihre Sichtbarkeit zurückzugewinnen – in einem zersplitterten und nervösen politischen Umfeld.

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