Kult-Buchladen "Vorwärts" der SPD in Berlin schließt für immer seine Türen
Katherina HermannKult-Buchladen "Vorwärts" der SPD in Berlin schließt für immer seine Türen
Der SPD-Buchladen „Vorwärts“ schließt am 30. Juni 2023 seine Pforten
Der Buchladen „Vorwärts“ der SPD in der Stresemannstraße in Berlin-Kreuzberg wird nach jahrelangen finanziellen Verlusten geschlossen. Seit vier Jahren schreibt das Geschäft rote Zahlen. Mit seinem Nischensortiment zu Sozialdemokratie, Sozialismus und Arbeiterbewegung zog es zwar eine treue, aber überalterte Kundschaft an.
Die ruhige Lage in Kreuzberg trug zudem zu geringem Publikumsverkehr bei. Dennoch bietet der Laden noch seltene antiquarische Stücke, darunter Flugblätter aus dem 19. Jahrhundert. Die SPD hält seit 2019 eine 20-Prozent-Beteiligung am Unternehmen, doch die Parteiführung stattete dem Laden nur selten einen Besuch ab – eine Ausnahme bildete ein ehemaliger Mitarbeiter von Olaf Scholz.
Um die restlichen Bestände zu räumen, läuft derzeit ein Schlussverkauf mit 50 Prozent Rabatt auf alle Bücher. Was nach der Schließung mit den Räumlichkeiten geschieht, steht noch nicht fest. Die aktuellen Umfragewerte der SPD, die zwischen 11 und 13 Prozent schwanken, verstärken die Unsicherheit über die kulturellen Projekte der Partei.
„Vorwärts“ stellt nach Jahren der wirtschaftlichen Schwierigkeiten den Betrieb ein. Mit dem Rabattverkauf soll der verbleibende Bestand vor der endgültigen Schließung veräußert werden. Über eine Nachnutzung der leerstehenden Räume hat die Partei bisher keine Pläne bekannt gegeben.






