Leipzigs Solarwärmekraftwerk revolutioniert die Wärmeversorgung der Stadt
Katherina HermannLeipzigs Solarwärmekraftwerk revolutioniert die Wärmeversorgung der Stadt
Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk geht in Leipzig in Betrieb
Dirk Panter, Wirtschaftsminister Sachsens, hat offiziell 13.200 Solarkollektoren an das Leipziger Netz angeschlossen. Die Anlage versorgt nun Haushalte mit Warmwasser und Heizenergie und markiert damit einen wichtigen Schritt in der Energiewende der Region.
Der Bau des Kraftwerks in Leipzig begann vor eineinhalb Jahren. Auf einer Fläche von 14 Hektar erzeugt es eine Spitzenleistung von 41 Megawatt und deckt im Sommer etwa ein Fünftel des städtischen Wärmebedarfs. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 40 Millionen Euro, wobei 16 Millionen Euro aus Bundesfördermitteln und anderen Zuschüssen stammten.
Das Solarthermie-Feld West nutzt Vakuumröhrenkollektoren des Marktführers Ritter sowie moderne Steuerungstechnik. Das System passt die Wasserdurchflussgeschwindigkeit automatisch an die Sonneneinstrahlung an und optimiert so die Effizienz. Im Gegensatz zu Photovoltaik, die Strom erzeugt, gewinnt Solarthermie die Energie der Sonne direkt als Wärme.
Leipzigs umfassender Wärmewendeplan umfasst weitere grüne Projekte, darunter ein „Power-to-Heat“-System und die Einspeisung von Abwärme aus dem Chemiestandort Leuna in das städtische Netz. Ähnliche Solarthermieanlagen sind bereits in Dresden-Räcknitz, Potsdam, Mühlhausen und Greifswald in Betrieb und speisen Wärme in die lokalen Netze ein.
Trotz ihrer hohen Effizienz bleibt die Solarthermie in Deutschland eine Nischentechnologie. Die neu installierte Leistung sank 2023 auf 263 Megawatt und weiter auf 154 Megawatt im Jahr 2024. Solarthermieanlagen können pro Hektar bis zu dreimal mehr Energie nutzen als Photovoltaik, mit einem Spitzenwirkungsgrad von bis zu 75 Prozent.
Das Leipziger Kraftwerk zeigt das Potenzial der Solarthermie, um den urbanen Wärmebedarf zu decken. Mit seiner Inbetriebnahme erhält die Stadt eine bedeutende erneuerbare Energiequelle. Das Projekt unterstreicht zudem die laufenden Bemühungen, grüne Wärmelösungen in ganz Deutschland auszubauen.






