Lünen steht vor 53-Millionen-Defizit: Bürger fordern "Wer bestellt, zahlt auch"
Ira DowergLünen steht vor 53-Millionen-Defizit: Bürger fordern "Wer bestellt, zahlt auch"
Deutsche Kommunen kämpfen mit einer Finanzkrise – auch Lünen, eine Stadt in der Region, steht vor einem Haushaltsdefizit von 53 Millionen Euro. Fast die Hälfte der Ausgaben fließt in Zuweisungen für Aufgaben, die von übergeordneten staatlichen Ebenen vorgegeben werden.
Um die Lage zu erläutern und Anregungen aus der Bevölkerung zu sammeln, veranstaltete Lünens Kämmerer Dr. André Jethon eine Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger. Der Abend wurde vom lokalen Verein Pro Lünen unterstützt, der forderte, das Prinzip „Wer bestellt, muss auch zahlen“ konsequent umzusetzen.
Besonderen Schutz vor Kürzungen sollten demnach Bildung und Schulen genießen. Ebenfalls als schützenswert hervorgehoben wurden ehrenamtliches Engagement, bürgerschaftliches Handeln und der soziale Zusammenhalt. Dr. Jethon sicherte zu, die Rückmeldungen in die weitere Planung einfließen zu lassen, um diese zentralen Bereiche abzusichern.
Die finanziellen Probleme Lünens spiegeln eine bundesweite Entwicklung wider: Der Deutsche Städtetag hatte am 22. Juni zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen, um auf die prekäre Haushaltslage vieler Kommunen aufmerksam zu machen.
Wie es für Lünen weitergeht, bleibt vorerst ungewiss. Die Stadt steht vor der Herausforderung, den Haushalt zu konsolidieren, ohne unverzichtbare Leistungen zu gefährden. Die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger werden die anstehenden Entscheidungen mitprägen.
