07 June 2026, 06:28

Organspenden in Deutschland steigen 2026 – doch die Wartelisten bleiben lang

Berliner haben bisher in diesem Jahr mehr Organe gespendet

Organspenden in Deutschland steigen 2026 – doch die Wartelisten bleiben lang

Organspenden in Deutschland steigen 2026 deutlich an

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 sind die Organspenden in Deutschland deutlich gestiegen. Bis Ende Mai verzeichnete das Land einen Anstieg von 12 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Unterdessen debattieren Abgeordnete nun über eine grundlegende Reform des Spendesystems: Bis 2030 soll von der bisherigen Zustimmungslösung auf ein Widerspruchsmodell umgestellt werden.

Von Januar bis Mai 2026 wurden in Deutschland 1.405 Organe gespendet – ein Plus gegenüber 1.253 im gleichen Zeitraum 2025. Besonders markant war der Anstieg in Berlin: Hier stieg die Zahl der Spenderorgane von 39 in den ersten Monaten 2025 auf 73 in diesem Jahr. In der Hauptstadt wurden bis Ende Mai fast 140 Transplantationen durchgeführt, während weiterhin über 400 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste stehen.

Bundesweit übersteigt die Nachfrage nach Spenderorganen das Angebot bei Weitem. 2025 erhielten rund 3.150 Menschen ein Transplantat, doch etwa 8.200 blieben auf der Warteliste. Nach geltendem Recht ist eine Organspende nur mit ausdrücklicher Zustimmung der verstorbenen Person oder ihrer Angehörigen möglich.

Eine überparteiliche Gruppe im Bundestag strebt nun die Einführung des Widerspruchsmodells an: Demnach würden alle Erwachsenen automatisch als potenzielle Spenderinnen und Spender gelten, sofern sie nicht aktiv widersprechen. Befürworter argumentieren, dass dadurch mehr Leben gerettet werden könnten, während Kritiker eine Verletzung persönlicher Rechte befürchten. Sollte der Vorschlag verabschiedet werden, würde die Reform 2030 in Kraft treten.

Die Diskussion über die Reform der Organspende wird im Parlament an Fahrt aufnehmen. Eine Umsetzung des Widerspruchsmodells würde einen tiefgreifenden Wandel in der deutschen Gesundheitspolitik bedeuten. Zwar bringt der aktuelle Anstieg der Spendenzahlen vorläufige Entlastung – doch die Wartelisten bleiben lang.

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