11 May 2026, 10:42

Pflegeversicherung vor dem Kollaps: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028

Eine detaillierte Plakatillustration eines deutschen Krankenhauses mit mehreren Gebäuden, Fenstern, Türen und Balkonen, begleitet von Text, der seine Größe, Lage und Merkmale beschreibt.

Pflegeversicherung vor dem Kollaps: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028

Deutschlands Pflegeversicherung steht vor der größten Krise seit ihrer Einführung vor 31 Jahren. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnt, dass steigende Kosten und ungedeckte Finanzverpflichtungen das System an den Rand des Kollapses bringen.

Die finanziellen Probleme haben mehrere Ursachen. So schuldet der Bund dem Pflegeversicherungsfonds noch 5 Milliarden Euro ausstehenden Corona-bedingten Ausgaben. Zudem wurden in diesem Jahr rund 10 Milliarden Euro an Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige nicht erstattet – Gelder, die eigentlich in das Pflegeversicherungssystem zurückfließen müssten.

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Ein weiteres zentrales Problem ist die fehlende Bundesförderung für Investitionskosten in Pflegeheimen. Würden diese übernommen, könnten die monatlichen Eigenanteile der Bewohner im Schnitt um 500 Euro sinken. Warken räumte ein, dass die Pflegeversicherung von vornherein nicht als Vollkaskoschutz konzipiert war und nur einen Teil der Langzeitpflege abdeckt.

Um das wachsende Defizit zu bekämpfen, will die Ministerin bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf zur Pflegereform vorlegen. Aktuelle Prognosen zeigen ein kumuliertes Fehlbetrag von 22,5 Milliarden Euro für die Jahre 2027 und 2028. Warken betont, dass die finanzielle Stabilität und Bezahlbarkeit des Systems gesichert werden müsse, da es ein tragender Pfeiler der deutschen Sozialversicherung bleibe.

Ohne dringende Reformen droht der Pflegeversicherung eine noch tiefere Finanzkrise. Der geplante Gesetzentwurf soll die Finanzierungslücken schließen und die Belastung für die Versicherten verringern. Ob die Maßnahmen greifen, hängt jedoch von politischen Weichenstellungen und finanziellen Zusagen in den kommenden Jahren ab.

Quelle