Pinkfarbene Flamingos gegen Kushners Luxusresort: Albaniens umstrittenes Milliardendeal
Nicolai SchlosserPinkfarbene Flamingos gegen Kushners Luxusresort: Albaniens umstrittenes Milliardendeal
Albanien hat kürzlich weltweit Aufmerksamkeit auf sich gezogen – und zwar wegen eines umstrittenen Bauprojekts. Demonstranten auf einer albanischen Insel schwenkten pinkfarbene Flamingo-Ausschnitte, um gegen ein Luxusresort zu protestieren, das mit Jared Kushner in Verbindung steht. Das kleine Balkanland, das sonst selten in den internationalen Schlagzeilen auftaucht, sieht sich nun mit Umwelt- und politischen Bedenken konfrontiert.
Im Mittelpunkt des Streits steht das Vjosa-Narta-Delta, in dem Europas erster Nationalpark für Wildflüsse liegt. Ein mit Kushner verbundenes Unternehmen erhielt von der Regierung von Ministerpräsident Edi Rama den Status eines „strategischen Investors“ – und kann damit Umweltprüfungen umgehen. Das geplante Milliardenschweren-Ressort, das von Jared Kushner unterstützt wird, löst Befürchtungen aus, die lokale Tierwelt könnte Schaden nehmen.
Ministerpräsident Rama wirft dem Iran vor, die Proteste zu schüren, und verweist dabei auf die Präsenz der Mojahedin-e-Khalq (MEK) in Albanien, einer iranischen Exilgruppe, die sich gegen Teheran stellt. Auch Albaniens Beziehungen zu Israel spielen eine Rolle und passen in die sogenannte „Peripherie-Strategie“ des Landes, mit der es seine diplomatische Isolation verringern will. Kushner, eine Schlüsselfigur bei den Abraham-Abkommen, hat in der Vergangenheit solche Normalisierungsvereinbarungen vorangetrieben.
Die Europäische Union hat wiederholt auf Korruption und eine schwache Rechtsstaatlichkeit in Albanien hingewiesen. Diese Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, in dem das Land um eine EU-Mitgliedschaft wirbt – und erhöht den Druck in der laufenden Debatte über die Genehmigung des Resorts.
Die Proteste auf der Insel haben den Konflikt ins internationale Rampenlicht gerückt. Die Entscheidung der Regierung, dem Investor einen Sonderstatus zu gewähren, hat bei Umweltschützern Empörung ausgelöst. Der Ausgang dieses Streits könnte weitreichende Folgen haben – für den Umweltschutz in Albanien und für die Beziehungen des Landes zur EU.






