23 May 2026, 14:27

Polizist unter Verdacht: Sexuelle Belästigung und Vorwürfe gegen Kommissariatsleiterin

Hat der Polizeichef einen Kollegen gedeckt?

Polizist unter Verdacht: Sexuelle Belästigung und Vorwürfe gegen Kommissariatsleiterin

Ein Polizist des Polizeikommissariats Emsland/Grafschaft Bentheim steht wegen sexueller Belästigung bei einer privaten Veranstaltung unter Ermittlung. Der Vorfall ereignete sich während eines Boßeln-Treffens in Baccum, an dem ein 37-jähriger Beamter beteiligt war. Unterdessen sieht sich die Kommissariatsleiterin Nicola Simon mit dem Vorwurf der Einmischung in den Fall konfrontiert.

Der Beamte war nach der angeblichen Belästigung von der Veranstaltung entfernt worden. Statt sicherzustellen, dass er den Ort verließ, soll Simon ihm jedoch erlaubt haben, zu bleiben und weiter zu feiern. Diese Entscheidung hat nun disziplinarrechtliche Verfahren gegen sie zur Folge.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück prüft derzeit zwei Fälle: Gegen den Polizisten wird wegen sexueller Belästigung ermittelt, während Simon der Strafvereitelung im Amt beschuldigt wird. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu fünf Jahre Haft – oder bis zu drei Jahre in minder schweren Fällen – sowie Geldstrafen.

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Für das Polizeikommissariat Emsland/Grafschaft Bentheim ist dies nicht der erste Skandal. Bereits früher war ein ehemaliger Hauptkommissar wegen der Verbreitung rassistischer und nationalsozialistisch verherrlichender Inhalte untersucht worden. Zu dem aktuellen Vorfall äußerte sich das Kommissariat nicht und verwies alle Anfragen an die Polizeidirektion Osnabrück.

Simon wurde bereits vorläufig von ihren Dienstgeschäften suspendiert. Die möglichen disziplinarischen Maßnahmen reichen von einer offiziellen Rüge über Gehaltskürzungen und Degradierung bis hin zur Entlassung aus dem Beamtenverhältnis.

Die Ermittlungen gegen den Beamten und Simon laufen noch. Das Ergebnis wird entscheiden, ob Simon ihren Posten behält oder mit weiteren Konsequenzen rechnen muss. Der Fall wirft erneut Fragen zum Verhalten innerhalb der Emsländer Polizei auf.

Quelle