Rostocks Volkstheater bleibt erhalten – Abrisspläne gescheitert
Die Pläne zum Abriss des historischen Volkstheaters in Rostock wurden nach dem Einschreiten der Denkmalschutzbehörden fallen gelassen. Die Rostocker CDU hatte vorgeschlagen, das Gebäude durch neue Wohnungen zu ersetzen, doch der geschützte Status des Theaters macht einen Abriss unwahrscheinlich.
Das Volkstheater wurde 1943 erbaut und entwickelte sich später zu einem markanten Beispiel der modernistischen Architektur der DDR. Rostocks Oberbürgermeister Stephan Keller stoppte den Abriss und führte das Wehrhahn-Gelände wieder in städtischen Besitz über. Stattdessen plant er, das bestehende Opernhaus am Hofgarten zu modernisieren.
Unterdessen errichtet das Berliner Büro Hascher Jehle für 208 Millionen Euro ein neues Theater in Rostock. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin hat große Teile des Volkstheaters unter Schutz gestellt, was künftige Umgestaltungen erschwert.
In Düsseldorf vollzog sich eine ähnliche Entwicklung: Die Stadt gab die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus auf, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren. Düsseldorf hatte bereits 137 Millionen Euro in den Grundstückserwerb investiert, bevor das Projekt als unfinanzierbar eingestuft wurde.
Die Entscheidungen in Rostock und Düsseldorf deuten auf einen Trend weg von teuren Kultur-Großprojekten in deutschen Städten hin. Während das Rostocker Volkstheater unter Schutz bleibt, wird das Düsseldorfer Gelände nicht zum Milliarden-Opernhaus umgestaltet. Beide Fälle zeigen, wie finanzielle und denkmalschützerische Rahmenbedingungen die Stadtplanung prägen.






