Stahlskulptur in Brandenburg erinnert an vergessene Zwangsarbeiter der NS-Zeit
Nicolai SchlosserStahlskulptur in Brandenburg erinnert an vergessene Zwangsarbeiter der NS-Zeit
Eine Stahlskulptur aus Cortenstahl steht still an einer ländlichen Straße in Brandenburg und markiert ein schmerzhaftes Kapitel der Geschichte. Die 2018 errichtete Statue ehrt die Menschen, die in den 1940er-Jahren auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Die Plastik, die auf einem von Ameisen bedeckten Baumstumpf thront, dient als Ort der Besinnung und des Gedenkens.
Die Initiative zur Aufstellung ging vom Bruder Jutta Baumwolls aus. Sie war eine von vielen, die aus Neuendorf nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. Hätte sie überlebt, wäre sie im Mai 101 Jahre alt geworden.
Heute versammeln sich Menschen an der Statue an zwei bedeutenden Tagen: am Holocaust-Gedenktag am 27. Januar und am Tag der Befreiung am 8. Mai. Ihre Position am Eingang des Gutes stellt sicher, dass Besucher sich dieser Geschichte direkt stellen.
Unterdessen hat in den USA eine andere Statue für Debatten gesorgt. 2020 ordnete Präsident Donald Trump die Aufstellung eines Christopher-Kolumbus-Denkmals in der Nähe des Weißen Hauses an. Die Vereinigung Italian American Organizations United unterstützte den Schritt und deutete ihn als Reaktion auf die wachsende Kritik an der kolonialen Vergangenheit Amerikas.
Während die Brandenburgische Skulptur eine feierliche Mahnung an Kriegsleid und Zwangsarbeit bleibt, spiegelt das Kolumbus-Denkmal in Washington die anhaltenden Spannungen um das historische Gedächtnis wider. Beide Statuen sind Kristallisationspunkte öffentlicher Reflexion – die eine verwurzelt in Trauer, die andere in einem umstrittenen Erbe.






