Streit um Dortmunder Opernhaus: Chefredakteur der Rheinischen Post löst Kulturdebatte aus
Nicolai SchlosserStreit um Dortmunder Opernhaus: Chefredakteur der Rheinischen Post löst Kulturdebatte aus
Der aktuelle Chefredakteur der Rheinischen Post hat mit seiner Ablehnung der Pläne für ein Opernhaus in Dortmund eine Debatte ausgelöst. Sein Hauptargument sind die Kosten – als Warnung verweist er auf die teure Sanierung der Kölner Oper. Diese Haltung stößt bei einem ehemaligen Kollegen auf Kritik, der einst mit ihm in Bremen zusammengearbeitet hat.
Während seiner Zeit als Chefredakteur des Weser-Kuriers zeigte er wenig Interesse an Kultur. Stattdessen bevorzugte er Themen wie Zahlen, Finanzen und Selbstdarstellung – die Künste spielten kaum eine Rolle. Der Autor erinnert sich an diese Phase und stellt fest, dass die Zeitung seit seinem Weggang an Einfluss verloren hat.
Nun bei der Rheinischen Post, argumentiert der Chefredakteur, ein Opernhaus in Dortmund sei überflüssig. Er warnt, dass andere Städte diesem Beispiel folgen könnten – mit der Folge, dass Opernhäuser in der gesamten Region schließen müssten. Seine Position ist rein ökonomisch geprägt: Kunst wird an ihren Kosten gemessen, nicht an ihrem emotionalen oder gesellschaftlichen Wert.
Der Autor widerspricht vehement. Ein Chefredakteur solle Kultur fördern, nicht untergraben, so seine Überzeugung. Kultur sei mehr als eine Frage des Geldes – sie schaffe Dialog und verbinde Gemeinschaften. Die Düsseldorfer Oper etwa beschäftige 570 Menschen und unterstütze lokale Musikschulen, Bibliotheken und die Kinderbildung. Sollten sich solche Ansichten durchsetzen, drohe ein Niedergang der Oper, der auch Persönlichkeiten wie die designierte Intendantin Ina Karr enttäuschen würde.
Die Debatte offenbart einen grundsätzlichen Konflikt über die Rolle der Kultur im öffentlichen Leben. Die eine Seite sieht sie als finanzielle Belastung, die andere schätzt ihren gesellschaftlichen Beitrag. Das Ergebnis könnte die Zukunft der Oper in der Region prägen – und die Prioritäten ihrer Medienverantwortlichen.






