Streit um Pelz-Projekt "Fellwechsel": Wildfelle werden in Rastatt zu Mode verarbeitet
Nicolai SchlosserStreit um Pelz-Projekt "Fellwechsel": Wildfelle werden in Rastatt zu Mode verarbeitet
Nächste Woche startet in Rastatt das bundesweite Projekt "Fellwechsel"
Ab kommender Woche nimmt in Rastatt das neue nationale Projekt Fellwechsel seinen Betrieb auf. Die Initiative verarbeitet Felle von in Deutschland erlegtem Wild und wandelt sie in marktfähige Pelzprodukte um. Befürworter und Kritiker haben bereits Stellung zu dem umstrittenen Vorhaben bezogen.
Die Fellwechsel GmbH erhielt eine vorläufige Genehmigung für den Start der Arbeiten. In der Anlage werden Felle von Füchsen, Stein- und Baummardern, Waschbären, Bisamen und Nutrias in einer eigens eingerichteten Abziehstation verarbeitet. Anschließend gehen die Häute zur weiteren Behandlung an Gerbereien und Kürschner.
Das Unternehmen plant, täglich rund 100 Tiere zu verarbeiten. Finanziert wird das Projekt durch Auktionen und den direkten Verkauf der Felle, die unter anderem zu Kissenbezügen, Pelzkrägen und Futterstoffen für Jacken verarbeitet werden. Die Blaser Jagdwaffen GmbH hat bereits drei Jackenmodelle angekündigt, die ab diesem Herbst mit Pelz aus Rastatt erhältlich sein sollen.
Hinter dem Projekt stehen der Deutsche Jagdverband (DJV) sowie der Landesjagdverband Baden-Württemberg als starke Unterstützer. Der Deutsche Tierschutzbund hingegen verurteilte die Initiative als "Greenwashing", das Tiere unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit ausbeute.
Fellwechsel nimmt nächste Woche die Arbeit auf, mit dem Ziel, Felle von erlegtem Wild in handelsübliche Produkte umzuwandeln. Das Vorhaben hat bereits Industriepartner gewonnen, stößt aber bei Tierschützern auf scharfe Kritik. Sein Erfolg wird von der Marktnachfrage und den weiteren behördlichen Genehmigungen abhängen.






