Tag der Clubkultur kehrt zurück: Berlins legendäre Szene feiert sich selbst
Katherina HermannTag der Clubkultur kehrt zurück: Berlins legendäre Szene feiert sich selbst
Berlins Clubkommission kündigt Rückkehr des Tags der Clubkultur an – vom 3. bis 12. Oktober. Das Festival präsentiert über 100 Veranstaltungen in der ganzen Stadt und verbindet Musik, Politik und gesellschaftliche Debatten. Ein Höhepunkt ist die Vorführung von Mark Reeders Dokumentarfilm "B-Movie" am Eröffnungsabend.
Das Festival feiert Berlins legendäre Clubszene, die nach dem Mauerfall 1989 ihren Aufstieg erlebte. Freie Underground-Partys in verlassenen Ost-Berliner Räumen brachten Menschen zusammen und entfachten eine kulturelle Bewegung. Kultorte wie der Tresor, 1991 von Dimitri Hegemann in einem ehemaligen Banktresor eröffnet, wurden zum Zentrum der Techno-Identität der Stadt und verbanden Berlins Sound mit den Einflüssen aus Detroit.
Frühe Clubs wie das UFO setzten Maßstäbe, während sich die Szene vom Stadtzentrum in Viertel wie Kreuzberg und Prenzlauer Berg ausbreitete. Später entstanden in Bezirken wie Neukölln und Wedding queere und undergroundgeprägte Räume – eine Entwicklung, die von der rohen Energie der Wendezeit-Raves ausging, zu denen auch die erste Love Parade 1989 zählte, bis hin zu weltberühmten Clubs.
In diesem Jahr treten unter anderem das Brandenburger Techno-Duo Modeselektor auf, begleitet von Diskussionsrunden darüber, wie Partykultur die Gesellschaft prägt. Die Veranstaltungen finden in etablierten Clubs und alternativen Locations statt und spiegeln so die Mischung aus Musik und gesellschaftskritischem Diskurs wider.
Der Tag der Clubkultur dauert zehn Tage und beginnt am 3. Oktober mit Reeders Dokumentarfilm. Das Programm erkundet Berlins Techno-Wurzeln und deren anhaltenden Einfluss auf das städtische Leben. Die Veranstalter wollen die Verbindung zwischen Nachtleben und gesellschaftlichem Wandel in den Fokus rücken.






