Teilladungsverkehr in Deutschland: Kosten steigen trotz stabiler Sendungsmengen
Nicolai SchlosserTeilladungsverkehr in Deutschland: Kosten steigen trotz stabiler Sendungsmengen
Kosten im deutschen Teilladungsverkehr steigen erneut – trotz stabiler Sendungsmengen
Die Ausgaben im deutschen Stückgut- und Sammelladungsverkehr (LTL) sind erneut gestiegen, obwohl sich die Versandvolumina kaum verändert haben. Wie aus dem aktuellen Gruppage-Kostenindex des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV) hervorgeht, stiegen die sendungsbezogenen Prozesskosten in der zweiten Jahreshälfte 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent. Der halbjährlich veröffentlichte Bericht zeigt die wachsende finanzielle Belastung der Branche auf.
Mehrere Faktoren trieben den Kostenanstieg voran. Die Personalkosten, die etwa 51 Prozent der gesamten sendungsbezogenen Ausgaben ausmachen, erhöhten sich um 3,7 Prozent – bedingt auch durch den zum 1. Januar 2025 angehobenen gesetzlichen Mindestlohn.
Die Betriebskosten kletterten ebenfalls um 4,2 Prozent, da Unternehmen stärker in neue Technologien und Infrastruktur investierten. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei den Palettenhandlingskosten aus: Hier gab es ein Plus von 6,4 Prozent, getrieben durch einen Preissprung bei Paletten um 21 Prozent.
Die Versandmengen blieben hingegen nahezu unverändert und gingen lediglich um 0,1 Prozent im Jahresvergleich zurück. Gleichzeitig nahm die Zahl der Umschlagterminals zu, was zu einem Rückgang der durchschnittlichen Sendungszahl pro Depot um 3,3 Prozent führte. Maut- und Spritkosten entwickelten sich dagegen relativ stabil und dämpften so den Gesamtanstieg der Ausgaben.
Der DSLV warnt, dass die Branche die steigenden Kosten künftig nicht mehr allein durch interne Effizienzmaßnahmen auffangen kann.
Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass Logistikunternehmen in Deutschland weiterhin unter Kostendruck stehen. Da Personal-, Palettenhandlings- und Betriebskosten gleichermaßen steigen, muss der Sektor neue Wege finden, um die finanziellen Herausforderungen zu bewältigen. Der DSLV-Bericht unterstreicht, wie schwierig es ist, diese Mehrbelastungen allein durch Produktivitätsgewinne auszugleichen.






