Tiny Houses: Günstig im Kauf, doch versteckte Kosten treiben Preise in die Höhe
Nicolai SchlosserTiny Houses: Günstig im Kauf, doch versteckte Kosten treiben Preise in die Höhe
Winzige Häuser gewinnen als kostengünstige Wohnalternative an Bedeutung. Die Preise für die Häuser selbst liegen in der Regel zwischen 70.000 und 120.000 Euro. Doch die Gesamtkosten für ein langfristiges Leben darin können – inklusive Zusatzausgaben – auf 150.000 bis 300.000 Euro steigen.
Auf dem Tiny House Festival „New Housing“ wurden kürzlich über 90 Aussteller und mehr als 30 verschiedene Modelle präsentiert. Darunter befand sich ein voll ausgestattetes 20-Quadratmeter-Haus für 75.000 Euro. Ein kleineres 16-Quadratmeter-Wohnmobil des Herstellers Mobi House war bereits ab 48.000 Euro erhältlich.
Weitere bemerkenswerte Beispiele waren ein 48-Quadratmeter-Modulhaus des polnischen Herstellers Tom & Luk für 95.000 Euro sowie das barrierefreie „Tiny Care Home“ von Schwarzwald Tiny, das speziell für Rollstuhlfahrer und Pflegekräfte konzipiert ist und 100.000 Euro kostet. Holzbau Engel zeigte ein 17-Quadratmeter-Ökohaus mit Batteriespeicher und Wasseraufbereitung – ebenfalls für 100.000 Euro.
Doch der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Zusätzliche Kosten – etwa für Anschluss, Fundament oder Genehmigungen – schlagen meist mit 15 bis 20 Prozent der Baukosten zu Buche. Der mit Abstand größte Posten bleibt jedoch der Grundstückskauf, dessen Preise je nach Region stark variieren.
Obwohl der Grundpreis eines Tiny Houses erschwinglich wirkt, treiben Zusatzkosten und Grundstückspreise die Gesamtinvestition oft auf das Doppelte oder Dreifache des ursprünglichen Preises. Langfristig erweist sich das Leben im Miniaturformat damit als erhebliche finanzielle Verpflichtung.
