Volkswagen plant radikale Kürzungen: Bis zu 100.000 Jobs und Werksschließungen drohen
Ira DowergVolkswagen plant radikale Kürzungen: Bis zu 100.000 Jobs und Werksschließungen drohen
Volkswagen erwägt im Rahmen umfassender Reformen massive Stellenstreichungen und Werksschließungen. Die Pläne könnten bis zu 100.000 Arbeitsplätze und vier deutsche Standorte betreffen, darunter die Werke in Hannover und Emden. Die Ankündigung hat bei Investoren und Mitarbeitenden gleichermaßen Besorgnis ausgelöst.
Die Unternehmensführung gab die möglichen Einschnitte am Freitag bekannt. Hannover und Emden, beide in Niedersachsen gelegen, wurden als mögliche Standorte für Schließungen genannt. Die Arbeitnehmervertretungen wurden von der Nachricht überrascht.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli zusammentreten, um die Vorschläge zu prüfen. Die Reformen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Vorstandschef Oliver Blume unter Druck steht, tiefgreifende Veränderungen im Unternehmen umzusetzen. Niedersachsen, das 20,2 Prozent der Volkswagen-Anteile hält, besitzt ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen.
Trotz anhaltender Profitabilität hat das Vertrauen der Anleger nachgelassen. Die Aktie wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 3,7 für dieses Jahr und 3,0 für 2027 gehandelt. Analysten prognostizieren für das kommende Jahr einen Gewinn pro Aktie von 24,21 Euro, während der aktuelle Aktienkurs bei 72,54 Euro liegt. Bedenken hinsichtlich der langfristigen Perspektiven deutscher Automobilhersteller in Asien bestehen weiterhin.
Die geplanten Kürzungen spiegeln die größeren Herausforderungen der Automobilbranche wider. Volkswagen bleibt zwar profitabel, doch das zukünftige Ertragspotenzial steht auf dem Prüfstand. Die anstehende Aufsichtsratssitzung wird entscheidend sein, um die nächsten Schritte für die Umstrukturierungspläne des Konzerns festzulegen.
