Warum die digitale Transformation in der Industrie ins Stocken gerät – und wie es weitergeht
Nicolai SchlosserWarum die digitale Transformation in der Industrie ins Stocken gerät – und wie es weitergeht
Neue Studie untersucht, warum viele Produktionsunternehmen mit der digitalen Transformation kämpfen
Trotz laufender Bemühungen kommt die digitale Transformation in der Industrie nur langsam voran. Eine aktuelle Studie hat nun die Gründe dafür analysiert und mithilfe der Grounded-Theory-Methode zentrale Hindernisse identifiziert – sowie Lösungsansätze für Unternehmen und politische Entscheidungsträger entwickelt.
Die Untersuchung benennt mehrere Hauptprobleme, die den digitalen Wandel bremsen. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen – 45 Prozent – hält digitale Lösungen für nicht rentabel, da der Aufwand hoch und die Profitabilität gering sei. Gleichzeitig fehlt es vielen Führungskräften an Verständnis für digitale Werkzeuge, während unklare wirtschaftliche Vorteile die Umsetzung weiter verzögern.
Auch interne Barrieren erschweren die Digitalisierung. Viele Betriebe scheitern an unternehmensspezifischen Hürden, etwa am fehlenden Anfangsschwung, um Veränderungen anzustoßen. Geringe digitale Kompetenzen der Mitarbeiter und der generelle Fachkräftemangel belasten die Kapazitäten zusätzlich. Ohne klare Visionen, Leitbilder und Ziele vonseiten der Führung verlieren Digitalisierungsvorhaben oft die Richtung.
Äußere Rahmenbedingungen verschärfen die Lage. Fehlende Branchenstandards, schwer zugängliche staatliche Fördergelder und eine schwache Internetinfrastruktur stellen weitere Hindernisse dar. Die Studie betont, dass die Digitalisierung zwar von der Unternehmensspitze vorangetrieben werden muss, aber nur gelingen kann, wenn Mitarbeiter aller Abteilungen einbezogen werden.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, schlagen die Forscher fünf zentrale Maßnahmen vor: Unternehmen sollten eine digitale Kultur fördern und die Abstimmung mit staatlichen Förderprogrammen verbessern. Zudem seien die Ausweitung digitaler Bildung, die Entwicklung neuer Methoden zur Nutzenbewertung sowie der Aufbau eines breiteren Innovationsökosystems entscheidend.
Die Ergebnisse zeigen, dass Produktionsbetriebe stärkere Führung und klarere Strategien benötigen, um die Digitalisierung voranzutreiben. Solange Qualifikationslücken, Fördermittelzugang und Infrastrukturdefizite nicht behoben werden, dürfte der Fortschritt weiter stocken. Die vorgeschlagenen Schritte zielen darauf ab, ein unterstützenderes Umfeld für nachhaltiges digitales Wachstum in der Branche zu schaffen.






