30 April 2026, 04:34

Wie ein Dorf Baden-Württembergs mit eigenem Glasfasernetz zum Digital-Vorreiter wurde

Nahaufnahme eines Glasfaserkabels mit blauen und weißen Lichtern vor schwarzem Hintergrund

Wie ein Dorf Baden-Württembergs mit eigenem Glasfasernetz zum Digital-Vorreiter wurde

Ein kleines Städtchen in Baden-Württemberg wird zum Vorbild für Hochgeschwindigkeitsinternet – dank eigenem Glasfasernetz

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Hohentengen am Hochrhein versorgt seine Bürger nun mit Internetgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde – und liegt damit weit vor vielen städtischen Regionen. Den Anstoß für das Projekt gab die Ablehnung eines unzureichenden Angebots eines großen Telekommunikationsanbieters vor fast zwei Jahrzehnten.

Schon 2006 lehnte Bürgermeister Martin Benz ein Angebot eines Telekomanbieters ab, der für 500.000 Euro ein einfaches DSL-Netz in der Gemeinde aufbauen wollte. Stattdessen setzte die Kommune auf den Ausbau eines eigenen Glasfasernetzes. Im Laufe der Jahre entstand so ein 90 Kilometer langes Netz mit über 10.000 Kilometern verlegter Kabel in der gesamten Region.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf knapp drei Millionen Euro, wobei die Gemeinde 465.000 Euro aus eigenen Mitteln beisteuerte. Um Verzögerungen zu vermeiden, verzichtete Hohentengen auf Landes- und EU-Fördergelder – zu aufwendig seien die bürokratischen Hürden gewesen, zudem bestünden Bedenken wegen ungleicher Wettbewerbsbedingungen. Heute wird das Netz von zwei lokalen Trägern betrieben: der MOKO, dem kommunalen Kommunikationstechnikbetrieb, und der MKTH GmbH, der dazugehörigen Managementgesellschaft.

Für ein Komplettpaket mit Internet, Telefon und Fernsehen – alles mit 1 Gbit/s – zahlen die Einwohner nun 69 Euro im Monat. Der Service ist so zuverlässig, dass ihn 96 Prozent der Haushalte nutzen. Der Erfolg Hohentengens hat sogar dazu geführt, dass die Gemeinde den gesamten Landkreis Waldshut bei der Errichtung eines leistungsstarken Backbone-Netzes mit Glasfaserinfrastruktur und strategisch platzierten Points of Presence (PoPs) berät.

Durch den eigenständigen Netzausbau verfügt Hohentengen heute über ultraschnelles Internet in fast jedem Haushalt. Die Investition und der unabhängige Ansatz der Gemeinde haben Maßstäbe für den Breitbandausbau im ländlichen Raum gesetzt. Andere Regionen orientieren sich mittlerweile an diesem Modell, um ihre digitale Infrastruktur zu verbessern.

Quelle