02 April 2026, 08:37

Wie Kieler Shanties und Hans Albers eine Kindheit prägten

Altes Buchcover mit einem Schiff, das auf Wasser segelt, und dem Text "Fünf ausgezeichnete neue Lieder" sowie einem blauen Himmel mit Wolken.

Wie Kieler Shanties und Hans Albers eine Kindheit prägten

Michael Krieg verbrachte seine frühen Jahre umgeben von den Klängen und dem Treiben der pulsierenden Kieler Werften. Bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr wuchs er in der Nähe der Howaldtswerke-Docks auf, fasziniert vom täglichen Stapellauf der Schiffe in den Kieler Förde und den mächtigen Marineschiffen, die vor der Küste vor Anker lagen. Seine Kindheit war geprägt von maritimem Flair – von Familienausflügen mit Seemannsliedern bis hin zu den Klängen von Matrosengesängen in lokalen Kneipen und Chören.

Kiels tief verwurzelte seemännische Traditionen prägten Kriegs Jugend. Die Stadt, ähnlich wie Hamburg, war seit jeher ein Zentrum für Seemannslieder – Arbeitslieder, die im 19. Jahrhundert von Seeleuten aus Häfen weltweit mitgebracht worden waren. Diese Shanties wurden zum festen Bestandteil von Matrosentreffen, Kneipenabenden und später auch in Nachkriegs-Chören, die sich dem Erhalt des kulturellen Erbes widmeten. Für viele, insbesondere ältere Einwohner, blieben sie ein lebendiger Teil des gesellschaftlichen Lebens.

Zu Hause begleitete oft die Stimme von Hans Albers – liebevoll "der blonde Hans" genannt – die Familie auf Ausflügen. Albers, berühmt für seine Rolle als Hannes Kröger in dem Film Große Freiheit Nr. 7 von 1944, spielte einen Seemann, der sich nach der Weite des Meeres sehnt. In einer legendären Szene singt sein Charakter La Paloma an Bord der Kruzenshtern, dem letzten erhaltenen Viermastbark der Flying P-Liner. Die Lieder des Films hinterließen bei Krieg einen bleibenden Eindruck, den er später selbst weitertrug.

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Kriegs eigene musikalische Laufbahn begann in einem Kirchenchor, wo er neben einem Bass des Lotsen-Gesangvereins, eines Lotsenchors, sang. Auch als Erwachsener hielt er die Tradition lebendig, etwa wenn er bei Besuchen auf Hochseeschiffen Freddy Quinns Einmal noch nach Bombay zum Besten gab. Die Lieder verbanden ihn mit einer untergehenden Welt – einer Welt aus Holzrümpfen, salzverkrusteten Decks und dem unverkennbaren Ruf des Meeres.

Die Shanties und Filme aus Kriegs Jugend waren mehr als bloße Unterhaltung; sie waren Fäden, die ihn mit Kiels maritimem Erbe verbanden. Vom Lärm der Werften bis zu Albers' filmischen Balladen – diese Traditionen überdauerten die Generationen. Heute leben sie weiter in Chören, Aufnahmen und den Erinnerungen jener, die wie Krieg mit dem Meer im Blut aufwuchsen.

Quelle