Wie private E-Autos das Stromnetz stabilisieren – Pilotprojekt zeigt Potenzial
Katherina HermannWie private E-Autos das Stromnetz stabilisieren – Pilotprojekt zeigt Potenzial
Pilotprojekt in Deutschland zeigt, wie private Elektroautos das Stromnetz stabilisieren können
In einem Pilotprojekt in Deutschland wurde demonstriert, wie private Elektrofahrzeuge zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen können. Die Übertragungsnetzbetreiberin TransnetBW und der Energieanbieter Octopus Energy arbeiteten im Rahmen des Projekts OctoFlexBW zusammen und nutzten über 700 Haushalts-Elektroautos, um Engpassmanagement-Maßnahmen (Redispatch) zu unterstützen. Der Erfolg dieses Versuchs hat nun zu einer erweiterten Nachfolgeinitiative mit dem Namen DataFleX geführt.
Im Rahmen von OctoFlexBW wurde die DA/RE-Plattform von TransnetBW mit dem KrakenFlex-System von Octopus Energy verknüpft. Diese Verbindung ermöglichte es, die Ladevorgänge der 700 Batterie-Elektrofahrzeuge an den Bedarf des Netzes und die Strompreise anzupassen. Die Fahrer konnten weiterhin ihren gewünschten Ladezustand zu einem selbst festgelegten Zeitpunkt einstellen, während das System optimierte, wann und wie viel Energie bezogen wurde.
Während der Testphase stellte die Flotte von 700 Elektroautos täglich etwa zwei Megawattstunden an Flexibilität bereit. Das Projekt bewies, dass dezentrale Flexibilität nahtlos in bestehende Redispatch-Prozesse integriert werden kann. Die beteiligten Partner fordern seitdem eine Anpassung der Regularien, um dieses Potenzial bundesweit besser nutzen zu können.
Aufbauend auf diesem Erfolg wird das DataFleX-Projekt die Maßnahmen nun ausweiten. Über 1.000 weitere Elektrofahrzeuge sollen hinzukommen, ergänzt um Heimspeicher, Wärmepumpen und Solarspeichersysteme. Die erweiterte Initiative zielt darauf ab, die Prozesse zu verfeinern und weitere Technologien in das System zur Netzstabilisierung einzubinden.
Experten schätzen, dass eine Million auf diese Weise vernetzte Elektroautos täglich mehrere Gigawattstunden an Flexibilität bereitstellen könnten. Diese Kapazität würde einen großen Teil des aktuellen Redispatch-Bedarfs in Deutschland decken und so die Belastung des Netzes im Zuge der fortschreitenden Elektrifizierung verringern.
Das Pilotprojekt OctoFlexBW hat die praktischen Vorteile der Nutzung privater Elektrofahrzeuge für die Netzstabilität unter Beweis gestellt. Mit DataFleX, das nun Tausende weitere Fahrzeuge und zusätzliche Technologien einbezieht, könnte dieser Ansatz eine Schlüsselrolle in der deutschen Energiewende spielen. Weitere regulatorische Anpassungen könnten notwendig sein, um diese dezentrale Flexibilität vollumfänglich zu erschließen.






