05 April 2026, 02:31

DAM-Preis 2025: Warum das Spore Haus in Neukölln Architekturgeschichte schreibt

Großes, prunkvolles Berliner Dom in Berlin, Deutschland, mit architektonischen Details wie Säulen, Bögen und Statuen, vor einem bewölkten Himmel, mit Passanten, Bäumen und einem Turm im Vordergrund.

DAM-Preis 2025: Warum das Spore Haus in Neukölln Architekturgeschichte schreibt

Das Spore Haus in Berlin-Neukölln gewinnt den renommierten DAM-Preis für Architektur 2025

Das Spore Haus im Berliner Bezirk Neukölln wurde mit dem prestigeträchtigen DAM-Preis für Architektur 2025 ausgezeichnet. Entworfen vom Büro AFF Architekten, besticht das Gebäude durch bahnbrechende nachhaltige Materialien und seine enge Verbindung zur lokalen Gemeinschaft. Der Preis, der jährlich vom Deutschen Architekturmuseum (DAM) verliehen wird, würdigt den innovativen Ansatz des Projekts in urbaner und ökologischer Gestaltung.

Seit 2007 zeichnet der DAM-Preis herausragende deutsche Architektur aus und wählt die Preisträger aus 100 nominierten Projekten pro Jahr. Zu den früheren Gewinnern zählen der Circular Pavilion (2022), bekannt für seinen recycelten Stahl, und das Eco-Village Berlin (2021), das sich auf passive Energiesysteme konzentrierte. Das Spore Haus geht jedoch noch einen Schritt weiter: Es setzt auf myzelbasierte Dämmstoffe und vollständig biologisch abbaubare Verbundwerkstoffe – Materialien, die in diesem Maßstab im Bauwesen bisher selten eingesetzt werden.

Die Jury lobte die nahtlose städtebauliche Integration des Gebäudes sowie sein partizipatives Design. Im Gegensatz zu klassischen Top-down-Projekten wie dem Urban Nexus Hamburg (2023) arbeitete AFF Architekten eng mit Anwohnern zusammen, etwa in Workshops zur Myzelzucht. Dieser Ansatz prägte nicht nur die Architektur, sondern auch die soziale Funktion des Bauwerks.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Architektonisch fällt das Spore Haus durch seine markante «Sporen-Decke» auf – eine weit gespannte, stützenfreie Betonplatte, die das offene Erdgeschoss definiert. Großzügige Verglasungen und flexible Grundrisse fördern die öffentliche Nutzung, während recycelte und unbehandelte Materialien für Langlebigkeit sorgen. Gemeinsam mit dem benachbarten Publix-Gebäude bildet es ein neues kulturelles und bildungspolitisches Zentrum in Neukölln.

Finanziert von der Schöpflin-Stiftung, beherbergt das Haus Veranstaltungsräume, ein Café, eine Bibliothek, Ateliers und eine Dachterrasse. Sein Design spiegelt das Ziel der Stiftung wider: einen zugänglichen Ort für Lernen, Kreativität und Gemeinschaft zu schaffen.

Das Spore Haus reiht sich damit in die Riege der DAM-Preisträger ein – ausgezeichnet für seine materialtechnischen Innovationen und seinen partizipativen Ansatz. Die Kombination aus nachhaltigem Bauen und offener Programmgestaltung setzt neue Maßstäbe für die bürgerorientierte Architektur in Deutschland. Der Erfolg des Projekts festigt zudem Neuköllns Ruf als Hotspot für experimentelles und inklusives Design.

Quelle