05 April 2026, 08:29

Wie ein Pionier der Solarenergie seit 1994 die deutsche Energiewende prägt

Luftaufnahme eines großen Gebäudes mit Solarmodulen auf dem Dach, umgeben von Fahrzeugen, Bäumen, Gras und Masten, vor einem Hügel- und klaren blauen Himmel, als Deutschlands erste solarbetriebene Fabrik bekannt.

Wie ein Pionier der Solarenergie seit 1994 die deutsche Energiewende prägt

Thomas Hartmann hat mehr als drei Jahrzehnte damit verbracht, ein Solarenergieunternehmen in Deutschland aufzubauen. Seine Reise begann 1994 mit Großaufträgen für solarthermische Anlagen – lange bevor erneuerbare Energien zum Mainstream wurden. Heute ist seine Firma, die Hartmann Energietechnik GmbH, ein kleiner, aber beständiger Akteur in einer Branche, die ein massives Wachstum erlebt hat.

Hartmanns Karriere in den Erneuerbaren begann 1994, als er seine ersten großen Verträge für solarthermische Installationen sicherte. Ein Jahr später, im April 1995, gründete er offiziell Energie & Natur, sein erstes Unternehmen. Bis zum Jahr 2000 hatte er sein Geschäft auf Photovoltaik ausgeweitet und installierte eine 4,5-Kilowatt-Anlage auf dem Dach eines Wohnhauses in Rottenburg – sein erstes Solarstromprojekt.

Dasselbe Jahr markierte einen Wendepunkt für die deutsche Solarindustrie: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) trat in Kraft und führte Einspeisevergütungen ein, die eine rasche Expansion auslösten. Hartmann nutzte die Chance, gründete gemeinsam mit Gerhard Weiße den Verband der Solareinkaufsgenossenschaften und startete monatliche "Solar-Spaziergänge", um die Öffentlichkeit über erneuerbare Energiesysteme aufzuklären – eine Tradition, die er bis heute aufrechterhält.

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2006 eröffnete er das Sonnenzentrum in Oberndorf, ein multifunktionales Gebäude, das die Produktion von Solarkollektoren, Büros, seine eigene Wohnung und ein Restaurant beherbergte. Das Restaurant erwies sich 2011 als entscheidend, als magere Jahre ihn zwangen, sich darauf zu stützen, um das Unternehmen über Wasser zu halten. In dieser Zeit schwankte auch die Belegschaft: von fünf Mitarbeitern im Jahr 2000 wuchs sie während des Solarbooms auf bis zu 15 an, bevor sie sich heute bei zehn einpendelte – unterstützt von freiberuflichen Beratern und Partnerfirmen.

Hartmanns Projekte reichen von kleinen Anlagen bis zu Gemeinschaftsinitiativen. Ein bemerkenswertes Beispiel war eine 24-Kilowatt-Solaranlage an der Grundschule Rottenburg-Oberndorf, das erste Bürger-Solarprojekt des Landkreises. Erst kürzlich, 2023, installierte sein Unternehmen eine Photovoltaikanlage für Hertha Däubler-Gmelin, die ehemalige Bundesjustizministerin.

Die Solarkapazität Deutschlands erzählt eine Geschichte explosiven Wachstums: Von weniger als 1 Gigawatt im Jahr 2000 stieg sie bis Ende 2024 auf etwa 95.000 Megawatt – genug, um Millionen Haushalte zu versorgen. Bis Ende 2025 erreichte die insgesamt installierte Leistung rund 106.200 Megawatt, verteilt auf 4,8 Millionen Anlagen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11,8 %, angetrieben vor allem durch die Anreize des EEG.

Hartmanns Unternehmen hat sich an wechselnde Märkte angepasst – von frühen Aufträgen für Solarthermie bis hin zu modernen Photovoltaikanlagen. Seine Arbeit spiegelt den größeren Wandel Deutschlands hin zu erneuerbaren Energien wider, wo Politik und Beharrlichkeit einen aufstrebenden Sektor zu einem Eckpfeiler der Energieversorgung gemacht haben. Mit mittlerweile über 100 Gigawatt installierter Solarleistung expandiert die Branche, die er mitgeprägt hat, weiter.

Quelle