16 March 2026, 00:25

Kirchen werden zu bezahlbarem Wohnraum – diese Projekte überzeugen die Jury

Ein offenes Buch mit einer detaillierten Zeichnung einer Kirche neben Plänen und Text.

Kirchen werden zu bezahlbarem Wohnraum – diese Projekte überzeugen die Jury

Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen (MLW) hat die Sieger des Wettbewerbs Kirche und bezahlbarer Wohnraum bekannt gegeben. Zehn innovative Projekte konnten sich unter 33 Bewerbungen durchsetzen und erhielten jeweils 5.000 Euro – als Anerkennung für ihr Potenzial, ähnliche Initiativen anzustoßen. Der Wettbewerb zeigt auf, wie kircheneigene Immobilien dazu beitragen könnten, die Wohnungsnot in Baden-Württemberg zu lindern.

Die Bewerbungsphase für den Preis begann Anfang 2025 und endete am 12. Oktober. Eingeladen waren Kirchengemeinden, kirchliche Gruppen, Planer und weitere Akteure, Ideen für die Umnutzung von Kirchengebäuden in bezahlbaren Wohnraum einzureichen. Eine unabhängige Jury aus zehn Fachleuten bewertete die Beiträge nach Kriterien wie Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit, sozialer Wirkung und Übertragbarkeit auf andere Standorte.

Sämtliche prämierten Projekte überzeugten durch Kreativität und zukunftsweisende Ansätze. Keines der ausgewählten Konzepte war jedoch bisher in bestehenden Kirchengebäuden vollständig umgesetzt worden. Stattdessen dienen sie als Modellvorhaben – wie etwa die geplante Umgestaltung der Haigstkirche – und veranschaulichen, wie ungenutzte Kirchenimmobilien neu genutzt werden könnten.

Hintergrund der Initiative sind Schätzungen, wonach in der Region in den kommenden zehn Jahren rund 5.000 kircheneigene Liegenschaften für Wohnzwecke zur Verfügung stehen könnten. Die Verantwortlichen hoffen, dass der Preis die Zusammenarbeit zwischen Kirchen und kommunalen Behörden fördert, um dieses Potenzial zu erschließen.

Die mit je 5.000 Euro dotierten Preise sollen den Gewinnerprojekten den Weg zur Umsetzung ebnen. Mit der Auszeichnung will das MLW nicht nur praktikable Lösungen für bezahlbaren Wohnraum aufzeigen, sondern auch andere dazu ermutigen, ähnliche Chancen zu nutzen. Der Wettbewerb unterstreicht zudem das wachsende Interesse, kirchliche Ressourcen für die Bewältigung der Wohnraumkrise in Baden-Württemberg einzusetzen.

AKTUALISIERUNG

Konkrete Projekte setzen sich durch, darunter vollständig umgesetzte Initiativen

Die siegreichen Projekte des Wettbewerbs umfassen nun vollständig umgesetzte Initiativen wie 'Vom Pfarrhaus zur integrativen WG' in Esslingen-Berkheim und 'Ein lebenswertes Zuhause' in Reutlingen. Diese Projekte verbinden bezahlbaren Wohnraum mit sozialen Unterstützungsdiensten und widerlegen frühere Behauptungen, dass keine Konzepte vollständig umgesetzt wurden. Die Stiftung Schönau erhielt zudem eine besondere Anerkennung für ihre Entwicklung in Edingen-Neckarhausen: 67 KfW-40-Standard-Wohnungen aus Holz-Hybrid-Konstruktion, zu 90% gefördert.