02 April 2026, 12:39

Stuttgarter Friedenspreis 2023 ehrt Seebrücke für Einsatz für Geflüchtete und sichere Migrationswege

Eine Gruppe von Menschen, die eine Straße entlanggehen und ein Banner mit der Aufschrift 'Flüchtlinge Willkommen' tragen, mit parkenden Fahrzeugen und Fahrradfahrern daneben, unter einem Himmel, der über Bäume und Gebäude sichtbar ist.

Stuttgarter Friedenspreis 2023 ehrt Seebrücke für Einsatz für Geflüchtete und sichere Migrationswege

Stuttgarter Friedenspreis 2023 geht an Seebrücke Baden-Württemberg

Der diesjährige Stuttgarter Friedenspreis wurde an die Initiative Seebrücke Baden-Württemberg verliehen – als Anerkennung für ihr Engagement zugunsten von Geflüchteten. Die Gruppe setzt sich für sichere Migrationswege und eine menschenwürdige Asylpolitik ein. Parallel haben sich 44 Kommunen in der Region der Initiative "Sichere Häfen" angeschlossen und erklären sich bereit, freiwillig mehr Geflüchtete aufzunehmen.

Ein weiterer Höhepunkt der Preisverleihung war der Jugendpreis der Stiftung "Die AnStifter", der an das Junge Theater der Waldbühne Sigmaringendorf ging. Bei der Feier hielt zudem Ryyan Alshebl, Deutschlands erster syrischer Flüchtling im Amt eines Bürgermeisters, eine Rede, in der er von seiner eigenen Flucht vor dem Krieg und seinem Neuanfang in Deutschland berichtete.

Die Seebrücke-Bewegung kämpft seit Langem für sichere Fluchtrouten und die Entkriminalisierung von Seenotrettungen. Elena, Sprecherin des baden-württembergischen Ablegers, kritisierte die aktuelle europäische Asylpolitik als Verletzung der Menschenrechte. Für ihr Engagement – insbesondere im Rahmen der "Sichere Häfen"-Kampagne – erhielt die Organisation den Stuttgarter Friedenspreis 2023 sowie ein Preisgeld von 5.000 Euro.

Die Initiative findet in Baden-Württemberg zunehmend Zuspruch: 44 Städte und Gemeinden – darunter Stuttgart, Heidelberg und Karlsruhe – haben sich verpflichtet, mehr Geflüchtete aufzunehmen. Damit stellt die Kampagne einen direkten Gegenentwurf zur wachsenden isolationistischen Haltung in Europa dar und wirbt für fairere und humanere Migrationsregeln.

Bei der Verleihung würdigte Ryyan Alshebl, Bürgermeister von Ostelsheim, in seiner Laudatio die Preisträger des Jugendpreises. Alshebl war 2015 selbst vor dem Krieg in Syrien geflohen und später zum ersten syrischen Flüchtling im Bürgermeisteramt Deutschlands geworden. In seiner Rede äußerte er Frust über die aktuelle Asyldebatte im Land und forderte konstruktivere Diskussionen über Integration und Unterstützung von Neuankömmlingen.

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Die Stiftung "Die AnStifter" und die Stuttgarter Friedenspreis-Stiftung zeichnen Projekte aus, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen. Der diesjährige Jugendpreis ging an das Junge Theater der Waldbühne Sigmaringendorf, wobei die genauen Gründe für die Auszeichnung in der Bekanntgabe nicht näher erläutert wurden.

Die Preise unterstreichen die anhaltenden Bemühungen, die Rechte von Geflüchteten in Deutschland und darüber hinaus zu verbessern. Während die Seebrücke für ihr Wirken im Rahmen der "Sicheren Häfen" gewürdigt wird, machte Alshebls Rede deutlich, vor welchen Herausforderungen Geflüchtete stehen – und wie wichtig Führungspersönlichkeiten sind, um eine gerechtere Politik zu gestalten.

Quelle